KOHI-KULTURRAUM | ARCHIV DER VERANSTALTUNGEN SEIT JUNI 2007

ARCHIV der EVENTS bei KOHI


Rückschau

Di 18.11.14 |  Musikalisches 

RANT (Neue Musik, Berlin)

http://vimeo.com/56036241

Seit 2003 spielen Merle Bennett und Torsten Papenheim als rant zusammen. In ihren gemeinsam entwickelten Stücken loten rant die Möglichkeiten des Duospiels aus und kreieren in der Minimalbesetzung Gitarre und Schlagzeug ihre charakteristische Klangsprache. rant spielen eine Musik des Andeutens, Erweiterns und Verwerfens und jede ihrer Kompositionen beschreiben in ihrer Form und Klangfarbe ganz unmittelbar eine konkrete musikalische Welt.Das miteinander verzahnte Spiel von Papenheim und Bennett schafft eine Balance zwischen Präzision und Verspieltheit, Groove und Gehen-Lassen, Geräusch und Song. Die musikalische Entwicklung von rant lässt sich beim Hören ihrer 2004, 2006 und 2011 beim Berliner Label schraum erschienenen Alben seumsund / sundseum , airect sensuous pleasure und land ebenso nachvollziehen wie auf ihren Konzerten. Auf dem jüngsten rant-Album land hatten Bennett und Papenheim das Instrumentarium erstmals erweitert und somit Gitarre und Schlagzeug in völlig neue klangliche Zusammenhänge gestellt. In der ersten szenischen Arbeit uthlande gehen die Beiden noch einen Schritt weiter und ordnen in einer durchchoreographierten Bühnenmusik die instrumentale Aufgabenteilung neu: die Gitarre wird zum zweiten Perkussionsinstrument, Kassetten und MiniDiscs fungieren als Sampler, Kontaktmikrofone und Lautsprecher zoomen das Schlagzeug heran und verorten es neu. uthlande wurde im Januar 2013 in Berlin uraufgeführt und im Herbst gleichen Jahres in Köln, Essen, Wuppertal und Oberhausen gespielt. Aktuell arbeiten rant an ihrem vierten Album, auf dem Partien aus uthlande mit neuen Stücken kombiniert werden. Die jüngsten Kompositionen des Duos stellen abstraktere Klänge in den Vordergrund und verweben collagenhaft einzelne geräuschvolle Elemente, die u.a. von präparierter Gitarre und durch Kontaktmikrofon manipulierten Schlagzeugsounds geprägt sind.



So 16.11.14 |  Literarisches 

Ein ukrainisch-russisches Gipfeltreffen

Die Russin Julia Belomlinskaja alias FRIEDERIKE MELTENDORF und der Ukrainer Viktor Pantiouchenko auf seinem Akkordeon werden am 16. November, 11.30 h in einer rasanten Berg-Talfahrt für ein RUSSISCH-UKRAINISCHES GIPFELTREFFEN der besonderen Art sorgen.

Der freizügige, raketenschnelle Roman der Petersburger Autorin entfaltet selbstironischen Humor, jüdischen Witz, durchwirkt von der subversiven, seitens PUTIN nun verbotenen Schimpfsprache, dem MAT , nur dank seiner Landung im genialen Deutsch der preisgekrönten Übersetzerin Friederike Meltendorf. „Das Arme Mädchen“ (Heldin vieler Märchen, zurückgehend auf das Apokryph von Adam, seinen 30 Söhnen, bei nur 1 Tochter) Julia ist Ende der 80er Jahre mit ihrer jüdischen Familie aus Angst vor einem drohenden Bürgerkrieg aus Russia in die USA ausgewandert. Anfangs hat sie auch alles richtig gemacht, brav geheiratet, sich im Midwest Indiana zu Tode gelangweilt, bis sie ausbrach und sich als heimwehgeplagte, sexhungrige Bohemiéne, mit Kind am Hals in NY durchschlug. Ihre Sehnsucht nach Petersburg materialisiert sich in Äpfeln, Hühnern und Puschkin.

„Angewandte, direkt umsetzbare Philosophie, verpackt in die intimen Erlebnisse einer jungen Frau“, wie sich die Autorin vorlaut zu Wort meldet.

Abgerundet durch eine Portion FriedensEINTOPF = BORSCHTSCH bei Wasser, Wein und Brot

http://textstudio-monika-lustig.de/

http://www.friederike-meltendorf.de/



Sa 15.11.14 |  Musikalisches 

Empire Escape (Dark Pop, Berlin)

Musik ruft immer Bilder hervor: Töne malen, Akkorde zeichnen und Melodien füllen die leeren Flächen aus. Die Berliner Band Empire Escape hat ihren ganz eigenen Stil gefunden: sie schnitzt sich ihre musikalischen Bilder wie Lynd Ward. Der Amerikaner gilt als Vater des Bilderromans und illustrierte Mitte des 20. Jahrhunderts etliche Kinderbücher und Bücher für Erwachsene. Die schwarz-weißen Bilder sind zwar düster, aber zwischen all der Schwermut findet sich immer auch ein (geschnitzter) Sonnenstrahl, ein Hoffnungsschimmer. Empire Escape ist wie eine Vertonung davon. Ihre Songzeilen und Melodien hinterlassen tiefe Kerben, die sich beim Hören einbrennen. Sie bleiben. Am Ende steht das Debütalbum Colours, das am 13.09.2013 bei VelocitySounds Rec. veröffentlicht wird.

Um die Farben strahlen zu lassen, mussten die vier Mitglieder sich aber erst einmal aus dem tiefen Morast befreien, in den sie ihre Vorgängerband gebracht hatte. Sie scheiterte an ihrer Grundausrichtung. Sänger Hendrik Schäfer meint rückblickend:"Wir hatten zu dem Zeitpunkt zusammen den starken Impuls, in andere musikalische Gefilde vorstoßen zu wollen und die Musik wieder mehr unseren eigenen Wünschen und Empfindungen entsprechen zu lassen". Ihre Post-Rock-Band Ikaria musste also sterben, damit Empire Escape leben konnte. Das war 2011 während eines gemeinsamen Liverpool-Aufenthalts. Der Ort des Umschwungs: eine Bar namens The Empire. Die Nacht wurde durchzecht. Am nächsten Morgen waren sie auf dem Weg zum Flughafen. Ihr Taxifahrer Paul machte plötzlich noch einen Umweg, nachdem die Band ihm von ihren neuen Plänen erzählt hatte. Sie hielten vor einem Haus. Es war das Geburtshaus von Pauls großem Idol John Lennon. "This is where it all began" waren seine Worte, die von nun an auch die Empire Escape begleiten sollten.

Von der Insel ging es in den Proberaum und bald wieder in ein anderes Land: Schweden. In der Nähe von Malmö, auf einem ehemaligen Bauernhof, wurden die Stücke eingespielt. Der Produzent Mathias Oldén (Logh) verpasste dem Album in den dort ansässigen Aerosol Grey Machine Studios mit ausschließlich analogem Vintage-Equipment einen warmen und geborgenen Sound. Pelle Gunnerfeldt (Fireside, Refused, The Hives, The Knife) mischte danach die Aufnahmen. Besitzer der Studios ist übrigens Christoffer Lundquist, langjähriger Roxette-Produzent und Weggefährte der berühmten Schweden. Gitarrist Julius Rothlaender erinnert sich gerne an die zwei Wochen "Es war kein klinisch zusammengeschichtetes Zusammensetzen von Einzelspuren, sondern eine Band, die gemeinsam und live einspielt. Fehler waren erlaubt, sogar erwünscht. Authentizität war wichtiger als Perfektion"

Und genau das merkt man Colours an. Das Album holt tief Luft, atmet, lebt, knistert, bedrückt und euphorisiert zugleich. Die lässige Baritonstimme von Schäfer wird elegant von der Band umgarnt. Die Instrumente betten den dunklen Gesang immer wieder in helle und delikat arrangierte Flächen. Dark Pop? Barock Rock? Oder einfach nur New Pop? Was auch immer für Schubladen aufgemacht werden, Empire Escape füllt sie gekonnt aus.

Lynd Ward hätte sie gemocht. Garantiert!

http://www.youtube.com/watch?v=PLLWtqkMNxs http://www.youtube.com/watch?v=CmbnLrGw5rs http://www.youtube.com/watch?v=KvWa569IqC8 http://www.youtube.com/watch?v=ov4minOSHT8 http://www.facebook.com/empireescape



Fr 14.11.14 |  Musikalisches 

Wallace Vanborn (Stoner, BE) + Ac Vibes (Garage, Halle)

Dass man in Belgien ein Händchen für handfeste Gitarrenriffs hat, ist nicht erst seit dEUS eine bewiesene Tatsache. Ähnlich wie beim holländischen Nachbarn rockt im BeNeLux-Staat seit längerem auch die Stoner-Fraktion. Was Holland mit Bands wie De Staat vorgemacht hat, leistet Belgien nun mit einer Combo namens Wallace Vanborn. Dieser Wüstenrock planiert im Stile einer Dampfwalze.Mit einer Mischung aus treibenden Wüstenbeats und minimalistischer Elektronik treten Ian Clement, Sylvester Vanborm und Dries Hoof 2006 das erste Mal ins Rampenlicht. Schnell wird dem Trio dank vor Energie berstendenLiveaftritten der Spitzname "Pletwallace" verpasst, was soviel wie Dampfwalze bedeutet. Auch das euopäische Umland und sogar die Westküste bleiben nicht von ihren teils ausufernden Jam verschont. Nachdem Wallace Vanborn im Zuge ihres Debüts "Free Blank Shots" gar mit den Blood Red Shoes auf Tour gehen, steht ihnen bald ein schneller Aufstieg in den Stonerolymp bevor. Man spricht von Ähnlichkeiten mit Biffy Clyro und Queens Of The Stone Age, was nicht zuletzt in der sexy Tanzbarkeit der treibenden Schlagzeugeinlagen von Silvester Vanborm begründet liegt. Der Gesang von Ian Clement kommt ebenfalls gut an: Eine Stimme, die zwischen rassigem Gegröle und straightem bis emotionalem Singsang changiert, verleiht den Belgiern Individualität. Auch Ians Gitarrenspiel scheint alles in Sachen Stoner bisher Dagewesene erst mal über den Haufen zu werfen, bevor ein neues, aufbrausendes Riff wieder zurück in die Wüsten führt. Dazu treibt Basser Dries Hoof mit seinen sechs Saiten als Mann für subtile Rhythmen sein Unwesen. Das sie zwei Jahre später auch halten, was sie mit ihrem Debüt versprochen haben, beweisen Wallace Vanborn mit "Lions, Liars, Guns & God". Die Scheibe erzählt die Soundgeschichte von "Free Blank Shots" im Prinzip fort, fügt an manchen Stellen aber noch eine gut gemeinte Prise mehr Härte und düstere Gedanken hinzu. FOTOS: Anton Coene

http://www.youtube.com/watch?v=Pm1zKl5QRyc http://www.youtube.com/watch?v=4FagumysBb0 http://www.wallacevanborn.be/ http://www.facebook.com/wallacevanborn?sk=wall

AC Vibes werfen gängige Klischees über den Haufen und präsentieren hier ihr neues Album"Fiction State". Eine Rock n Roll-Queen tanzt wie ein Derwisch hinterm Schlagzeug, während die unverkennbare Stimme des schottischen Sängers und "Plankspankers" Michael Gabriel die Muse anfleht.

http://www.ac-vibes.com http://www.youtube.com/watch?v=6M_bgjodtvs



Mi 12.11.14 |  Musikalisches 

Jazzreihe: SNEM - FÄLLT LEIDER HEUTE AUS!!!



Mo 10.11.14 |  Literarisches 

DER KLEINE BUCH VERLAG - Kurzprosaabend

"Der Kleine Buch Verlag und Brot&Kunst präsentieren den Kurzprosaabend. Von Erwachsenenmärchen, über Hard-boiled-Detektivegeschichten bis hin zu klassischen Shortstories wird es das volle Programm an Abwechslung und Unterhaltung geben. Aus Gründen der Überraschung werden die Autoren erst zeitnah bekanntgegeben werden."



Sa 08.11.14 |  Musikalisches 

Carpet (Jazz from hell)

Frank Zappa's Prinzip des Anything Anytime Anyplace und King Crimson's Improvisationswut auf der einen Seite, die sphärische Formstrenge der 70er Pink Floyd und beatleske Gesangsmelodien auf der anderen: In diesem Spannungsfeld erschaffen CARPET Songs von epischer Weite, mit anspruchsvollen Songstrukturen und reich- haltigem Instrumentarium. Das Ergebnis sind Klang land- schaften, die den Hörer weit in Täler blicken lassen, ihn unvermittelt vor kantige Felsen stellen und ihm immer im richtigen Moment den Horizont weit aufmachen. Mit "Elysian Pleasures" erreichen CARPET den assozia- tiven Charakter von Filmmusik und eine fast haptische Qualität, sodass ihre Kompositionen zeitlos wirken.

http://www.carpetband.com/

http://www.facebook.com/carpetband

http://www.youtube.com/carpetmusic

http://www.soundcloud.com/carpet-band http://www.carpet.bandcamp.com/



Sa 08.11.14 |  Sehenswertes 

Vernissage: Tine Schumann

Käfig. Installation, Grafik, Zeichnung.Vernissage, 19 Uhr. Käfigkampf statt Grabenkampf! Nein - Kunst statt Gewalt! Fragen statt Antworten. Oder einfach wer im Glaskasten sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Ab heute wissen wir mehr! Bis Montag, 8. Dezember



Fr 07.11.14 |  Musikalisches 

Katinka (Punk,Funk - Köln) + Mighty and the Jets (Powerpop, Freiburg)

Als Säugling in einen Kessel voll Ironie gefallen, ist Katinka zu einer aus allen Poren Energie schwitzenden, multiplen Persönlichkeitsstörung herangewachsen. Gut erzogen von Mutter Punk und Vater Funk wird schlieяlich bei Live-Shows erst mal eine Kippe gedreht und dann dem lila-blassblauen Popelefanten musikalisch der Hintern versohlt. Die oftmals selbstironischen, gar sarkastischen, aber auch tiefgrьndigen und nachdenklichen Texte werden vervollständigt von Musik, die jedes Wattestäbchen überflüssig macht und einem im passenden Moment das beruhigende Gefühl gibt, dass der Boden gerade unter den Füßen wegbricht. Ideenschwanger wurde im Herbst 2013 das Studio gestürmt und etwas in die Welt gesetzt, worauf sogar noch die Ur-Großcousinen des Tontechnikers stolz sein werden. Wer das jetzt nicht glaubt, sollte sich das Werk live ansehen und aktiv Schimpftiraden abfeuern. Katinka freut sich drauf wie ein in Karamell getunkter Zwergpudel.

http://www.youtube.com/watch?v=StuR7GA7kP4 http://www.facebook.com/katinkaband/timeline http://www.regioactive.de/katinka

Vier Jungs, die Musik lieben. Kaum Hipster-Potential. Keine schicken Frisuren, keine Röhrenjeans, keine Smartphones. Keine großen Gesten, kein Kitsch, kein Drama. Stattdessen geht es um Songs. Um ehrliche und erdige Lieder ohne Schnörkel. Geschichten aus dem und über das Leben der Twenty-Something-Generation, die in drei Minuten erzählt sind. All about the music. Mighty And The Jets kredenzen eine knackig-knallende Mischung aus Indie und Britrock. Hohes Tempo, klare Songstrukturen, melodische Refrains, straight und nach Vorne gespielt. Songs mit eigener Note und doch gleichzeitig musikalische Verbeugungen vor Jugendhelden wie den Strokes, den Libertines und den frühen Oasis - gerne garniert mit einer feinen Brise Beatles.Very British!

Bei zahlreichen Gigs von Bern bis Stuttgart konnten sich die Besucher bereits von den Livequalitäten des Quartetts überzeugen. Dass die Musik nicht nur road- sondern auch radiotauglich ist beweist ein Stammplatz in den Top-10 der DASDING-Netzparade des SWR. All about the music - für das kommende Jahr ist die erste Deutschland-Tour des Quartetts fest eingeplant. http://www.youtube.com/watch?v=cZDQHb3qv2E http://www.mightyandthejets.de/



Do 06.11.14 |  Musikalisches 

Jazzclub goes KOHI - KUU

Gesang // Jelena Kuljic

Gitarren // Kalle Kalima, Frank Möbus

Schlagzeug // Christian Lillinger

Eine Stimme wie eine Mischung aus Stahl und dunkler Schokolade, zwei hyperaktiv ineinandergreifende Gitarren und das gewohnt spektakulär-theatralische Getrommel des vermutlich besten deutschen jüngeren Jazz-Schlagzeugers: Was Christian Lillinger mit den beiden Gitarristen Kalle Kalima und Frank Möbus, vor allem aber auch der aus Serbien stammenden Sängerin Jelena Kuljic auf die Bühne stellt, ist extravagant, ausufernd, überbordend und mitreißend, irgendwo zwischen Jazz, Pop, Rock und Free. Oberscharfer Quirl, Elektro-Tanz, Lillinger-Jazzpunk der Supraklasse, wie die Band selbst formuliert. Dabei können die vier nicht nur halsbrecherisch zappaesk, sondern auch wunderschön balladesk mit viel Tiefgang.



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