Mythos "Barbie". Objekte von OrgiHu Ausstellung im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe

Mythos "Barbie"

…Was ist an dieser Puppe, die jeder kennt und zu der jeder eine Meinung hat? Barbie, diese Superblondine, die vom wahren Leben keine Ahnung hat und Mädchen eine heile Welt vermittelt, die so nie existieren kann. …


Ich lernte Barbie erst kennen, als mich Puppen nicht mehr interessierten. Vielleicht resultiert daraus meine kritische Einstellung ihr gegenüber. Barbie, diese Superblondine, die vom wahren Leben keine Ahnung hat und Mädchen eine heile Welt vermittelt, die so nie existieren kann. Nicht wenige dieser Mädchen werden als Teenager zu "Barbies" und glauben, wenn sie aussehen wie ihr Vorbild können sie auch ein Leben führen wie sie. Mattel hat ganze Arbeit geleistet, um einen Mythos um sein wohl erfolgreichstes Produkt zu schaffen. Über eine Milliarde Barbies bevölkern unsere Erde und ihre Beliebtheit ist ungebrochen. Was ist an dieser Puppe, die jeder kennt und zu der jeder eine Meinung hat?
Trotz meiner negativen Einstellung Barbie gegenüber rettete ich sie vor der Mülltonne meiner Freundin, einer ehemaligen Barbie – Designerin. Ich nahm sie mit auf den Flohmarkt und der Zulauf an meinem Stand stieg enorm. Nachdem die gut erhaltenen schnell weg waren, blieb ich auf den mit Mäkeln behafteten Barbies sitzen. Niemand wollte so Eine, auch brauchte niemand Ersatzbeine- und Arme, Köpfe oder Rumpf, die ich so schön auf meinem Flohmarkttisch dekorierte. Ich erntete für meine Präsentation viel Aufmerksamkeit von Frauen und Männern, böse und belustigende Blicke, dumme Kommentare und stellte fest, Barbie lässt niemand wirklich kalt. Diese Reaktionen brachten mich zusammen mit meinem Freund Hugo Weingardt auf die Idee den ausrangierten Barbies neues Leben einzuhauchen. Wir kreierten Blüten aus Draht und Pappmaschee, malten sie bunt an und ließen unsere Barbies daraus sprießen. Wir entließen Barbie aus ihrer heilen Welt und ließen sie an nie für sie erdachten Situationen teilhaben. Die Reaktionen auf unsere Barbiekollektion haben uns schon viele interessante Diskussionen eingebracht. Jetzt freuen wir uns auf den Dialog mit Euch.
Georgia Kopf-Reddmann Für diese Ausstellung möchten wir die Besucher dazu animieren, sich mit dem Thema "Barbie" auseinanderzusetzen und nach eigenen Vorstellungen eine Barbie zu kreieren. Dazu werden wir bei der Vernissage Barbies verteilen mit der Bitte sie im neuen Outfit zur Finissage wieder mit zu bringen. Oder schreibt einen Beitrag, ein Gedicht, ein Song oder was Euch sonst noch einfällt zu Barbie und lasst uns die Ausstellung mit einem gemeinsamen Event zu Barbies 50. Geburtstag beenden.
Zusätzlich zur Ausstellung wird Hugo Weingardt einige Acrylbilder mit dem Thema "Botschaften" aufhängen. Einen Text für diese Bilder möchte er nicht schreiben, da er lieber im Dialog mit den Besuchern seine Bilder erklären will.

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Georgia Kopf-Reddmann
1958 in Landau geboren, lebt zur Zeit in Germersheim, Überlebenskünstlerin
1999 Studium Fotografie (Fernakademie Hamburg)
1998-2004 Semesterbelegung in der Kunstschule Villa Wieser, Herxheim
in Fotografie, Siebdruck, Materialkunst, Kunstgeschichte und Philosophie
Seit 2001 Beteiligung mit fotografischen Werken an Gruppenausstellungen und Einzelausstellungen in Rheinlandpfalz und Baden-Württemberg.

Paul Hugo Weingardt
Geboren 1951 in Speyer
Lebt und arbeitet in Germersheim
Autodidakt.


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Die Ausstellung war zu sehen vom 04.12. bis 28.12.2008

04.12.2008, ab 19.30 Uhr: Vernissage
28.12.2008: Finissage

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